Editorial

LiebeGruenhagen-Andrea Leserinnen und Leser,

„Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn“ (Römer 8,38).

So haben wir es in den Gottesdiensten zum Jahreswechsel wieder gehört. Und eins ist ja ganz sicher: Wir werden es im neuen Jahr erneut mit Tod und Leben zu tun bekommen. Diese Tatsache macht es unmöglich, über das Thema „Glaube und Heilung“ quasi von einer unangreifbaren Position irgendwo außerhalb von Tod und Leben aus zu sprechen. Es gibt auch nicht „den einen christlichen Umgang mit Krankheit und Tod“. Manches, was mit diesem Anspruch daherkommt, ist nichts als leicht durchschaubares „Pfeifen im Walde“. Echte, ehrliche Gewissheit ist immer angefochtene, durchlittene und durchbetete Gewissheit. Und es ist noch nicht einmal die Gewissheit eines nach menschlichem Ermessen guten Ausgangs. Aber Gewissheit meint die letzte Sicherheit, dass die Liebe Gottes durchtragen wird, dass keiner gottverlassen allen Gewalten und Mächten, sie mögen auch die Namen einer körperlichen oder psychischen Krankheit und der Todverfallenheit tragen, ausgeliefert ist. So gehalten, eröffnen sich Möglichkeiten, um Heilung zu beten und gleichzeitig den Gedanken anzunehmen, dass Gott vielleicht anders entscheidet.

In dieser Gewissheit versuchen wir in dieser Ausgabe etwas zum Thema zu sagen. Wir möchten jedem leichtfertigen „Man muss nur genug/richtig glauben, dann wird man geheilt“ eine eindeutige Absage erteilen. Als Christen wenden wir uns an den, der allein helfen kann. Meistens tut er es durch den Dienst des medizinischen und pharmazeutischen Fachpersonals. Manchmal auch durch ein Wunder und manchmal auch gar nicht. Immer sind die Gedanken des Herrn über Leben und Tod höher als unsere Gedanken. Immer aber kann man ihn bitten. „Hilf du mir, Herr, dann ist mir geholfen, heile mich, Herr, dann bin ich geheilt.“ In großer Sorge um einen kranken Freund habe ich in meiner Hilflosigkeit gelernt, dass dieses Gebet auch als Fürbitte möglich ist: Hilf du ihm, Herr, dann ist ihm geholfen …“

P.S. Für die gelungene künstlerische Umsetzung der Jahreslosung 2019 (wie sie auf der Rückseite dieser Ausgabe zu sehen ist) danken wir Herrn Gerlach Bente, der sie uns zur Verfügung gestellt hat.

Bleiben Sie alle im neuen Jahr behütet!
Andrea Grünhagen