Editorial


Bernhard Daniel SchützeLiebe Leserinnen und Leser,

es passiert viel. Ob in der „großen Weltpolitik“, bei uns in Deutschland, in der Kirche oder auch „nur“ im persönlichen Umfeld und Freundeskreis. Manchmal frage ich mich, wo nur die Zeit geblieben ist – auch die letzten Monate waren schnell vergangen, und ich hatte selten den Eindruck einer Pause. Immer wieder geschah etwas Neues, standen weitere Termine im Kalender, war irgendetwas los.

Es passiert viel. Diesen Eindruck haben, wie mir scheint, viele Menschen. Ein ständiges Hamsterrad. Immer neue Eindrücke und Anforderungen. Da benötigt man auch mal eine Auszeit. Sollte vielleicht auf sich selbst achten. Auch aus reinem Selbstschutz.

Es passiert viel. Wenn ich mich da rausnehme und achtsam mit mir bin, agiere ich dann aber nicht egoistisch und selbstverliebt? Ignoriere ich da nicht die mir geschenkten Potenziale und meine Verantwortung für andere? Ist persönliche Achtsamkeit aus christlicher Perspektive überhaupt möglich?

Es passiert viel. Und in dieser Ausgabe sollen die benannten Aspekte und Fragestellungen unter dem Titel „Christliche Achtsamkeit?“ aus lutherischer Sicht betrachtet werden. In der Andacht blickt Benjamin Anwand anhand des Monatsspruches auf ein „Leben in Fülle“. Gabriela Peckover schildert persönliche Achtsamkeits-Erfahrungen und stellt relevante Gedankenmuster und Hintergründe vor; zugleich wagt sie einen kritischen Blick auf Achtsamkeit. Mark Megel präsentiert uns anschließend ein Plädoyer für einen Weg zwischen Selbstzentriertheit und Selbstaufgabe, der ein achtsames Leben aus der Annahme Gottes, der Vergebung und der Hoffnung beschreibt.

Es passiert viel. Aus diesem Grund sind auch die weiteren Rubriken dieser LuKi-Ausgabe wieder gut gefüllt – ob Weltluthertum – in dieser Ausgabe mit einem neuen Beitrag unserer Serie „Schwester- und Partnerkirchen“ (es geht auf die Philippinen), Personen, Neues aus der SELK oder Amtliche Bekanntmachungen.

Ich wünsche Ihnen eine angenehme Lektüre mit Erkenntnisgewinnen und Gedankenanstößen sowie die eine oder andere Ruhepause – auch, wenn weiterhin viel passiert.

Ihr Bernhard Daniel Schütze